Stein & Wein Festival

Wo Handwerk auf Genuss trifft

Das „Stein & Wein“ Festival ist ein einzigartiges internationales Kulturereignis in Österreich, das die uralte Handwerkskunst des Trockensteinmauerbaus mit der exquisiten Weinkultur des Kamptals in Niederösterreich verbindet. Es ist weniger ein klassisches Festival, sondern vielmehr ein mehrtägiger, intensiver internationaler Workshop, der von einer tiefen Wertschätzung für Landschaft, Handwerk und Kulinarik getragen wird.

Geologie und Weinbau im Kamptal

Das Festival findet jährlich in Langenlois statt, dem größten Weinbauort Österreichs und Zentrum des Kamptals. Die Region ist geografisch prädestiniert für diese Thematik:

  • Der Stein: Die berühmten Langenloiser Weinlagen (Rieden) wie der Käferberg oder der Heiligenstein sind durch steile Hänge geprägt, deren Terrassen und Hohlwege seit Jahrhunderten durch Trockenmauern stabilisiert werden. Diese Mauern sind essenziell für den Weinbau, da sie die Wärme speichern, Erosion verhindern und das einzigartige Mikroklima fördern.

  • Der Wein: Das Kamptal ist Heimat des Grünen Veltliners und des Rieslings, die in diesem steinigen Terroir besondere Mineralität entwickeln.

Das Festival zielt darauf ab, diese unverzichtbare Verbindung zwischen Geologie (Stein) und Landwirtschaft (Wein) in den Fokus zu stellen und das kulturell wertvolle Handwerk zu erhalten.

Geschichte, Träger und Standort

Das „Stein & Wein“ Festival wurde als Internationaler Trockensteinmauer-Workshop ins Leben gerufen und wird federführend von der Gartenbauschule Langenlois und der Weinbauschule Krems – oft in Zusammenarbeit mit der regionalen Aktionsgruppe LAKO (Lokale Aktionsgruppe Kamptal) – veranstaltet.

  • Gründung und Frequenz: Der Workshop findet jährlich statt und konnte im Laufe der Jahre eine internationale Tradition etablieren (z. B. fand im Jahr 2025 der 10. internationale Workshop statt).

  • Zentrale Organisatoren: Wichtige treibende Kräfte sind Experten des Trockensteinmauerbaus, wie beispielsweise Helmut Schieder (Gartenbauschule Langenlois) und Rainer Vogler (Weinbauschule Krems/LAKO), die das Handwerk in Österreich pflegen und vermitteln.

  • Ort: Die praktischen Arbeiten finden häufig auf dem Gelände der Gartenbauschule Langenlois oder direkt in den Weingärten entlang des Langenloiser Weinwegs statt.

Das Programm: Bauen und Verkosten

Im Mittelpunkt des fünftägigen „Stein & Wein“ steht der praktische Bau-Workshop. Das Festival lockt jährlich Trockensteinmaurer, Steinmetze, Künstler und Amateure aus verschiedenen Nationen an.

Die Bauprojekte

Jeder Workshop widmet sich der Errichtung oder Restaurierung eines einzigartigen, meist künstlerischen oder ingenieurtechnisch herausfordernden Steinobjekts. Dies können sein:

  • Kragkuppelbauten (wie die „fünfeckige Steinhütte“ am Weinweg).

  • Steinpyramiden oder moderne Installationen (wie das „Steinschiff“).

  • Traditionelle Trockenmauern und Begrenzungen in den Weinbergen.

Ziel ist es, die Vielseitigkeit des Handwerks zu demonstrieren und das Endresultat der Öffentlichkeit als bleibende Landschaftsinstallation zu übergeben.

Fachlicher und Kultureller Austausch

Neben dem praktischen Bauen wird das Programm durch Vorträge, Fachexkursionen und Seminare ergänzt. Besonderes Augenmerk liegt auf der didaktischen Vermittlung von Kenntnissen in:

  • Steinbearbeitung und Werkzeugkunde.

  • Umgang mit regionalem Steinmaterial.

  • Historie und Ökologie der Mauern.

Der Wein-Faktor

Der Name ist Programm: Nach getaner Arbeit am Stein steht der Genuss im Vordergrund. Kulinarische Abende mit Verkostungen der Weine lokaler Top-Winzer und regionalen Spezialitäten (Heurigenjause) bilden den geselligen Rahmen des Festivals und fördern den internationalen Austausch in entspannter Atmosphäre.

Erreichtes und Internationale Bedeutung

Das „Stein & Wein“ Festival ist ein wichtiger Multiplikator für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes des Trockensteinmauerbaus weit über Österreich hinaus. Es trägt bei zu

  • Wissensvermittlung: Das Handwerk wird an neue Generationen und Interessierte weitergegeben.

  • Internationale Vernetzung: Es dient als wichtige europäische Plattform, die den Austausch mit anderen Ländern (wie z.B. der Schweiz, Deutschland, Frankreich oder Irland) ermöglicht.

  • Touristische Aufwertung: Durch die geschaffenen Kunstwerke (wie die Steinpyramide am Weinweg) wird die Kulturlandschaft Langenlois um dauerhafte, erlebbare Attraktionen bereichert, die die ökologische und kulturelle Bedeutung der Trockenmauern sichtbar machen.

Das Festival verkörpert damit perfekt die Philosophie, dass kulturelles Erbe nur durch aktive Pflege und die Freude am Austausch dauerhaft erhalten werden kann.

Lerne in unserem 3-tägigen Praxiskurs, wie du selbst stabile Trockenmauern baust.

Lerne in unserem 3-tägigen Praxiskurs, wie du selbst stabile Trockenmauern baust.